Die Renaissance der Topinambur

20.10.2016 09:40

Die Renaissance der Topinambur

Trockener Sommer beschert weniger Topinambur
Foto: APA/dpa-Zentralbild/Michael HanschkeDie Knolle schmeckt wie eine Kreuzung aus Artischocke und Kartoffel.

Die ersten Erdartischocken gibt es bereits im Supermarkt: Im Kühlschrank ist die Knolle einige Tage haltbar.

Jerusalemartischocke, Erdartischocke, Erdbirne, Indianerknolle, Erdsonnenblume oder Knollensonnenblume – für Topinambur gibt es zahlreiche Ausdrücke. Hobbyköche lieben ihr nussiges Aroma, Diabetiker schätzen die Inulin-haltige Knolle als Geheimtipp. Obwohl Topinambur (Helianthus tuberosus) bereits Anfang des 17. Jahrhunderts von Amerika nach Frankreich kam, ist sie erst seit einigen Jahren Bestandteil des Speiseplans der Österreicher. Noch im Dreißigjährigen Krieg war die "Kartüffel" auch in Deutschland weit verbreitet, bis sie schließlich von der echten Kartoffel verdrängt wurde. Der Name Topinambur wurde übrigens von den brasilianischen Tupinamba-Indianern abgeleitet, von denen einige im Jahre 1613 Paris besuchten. Dort ging man davon aus, dass Brasilien in der Nähe von Kanada läge und benannte die importierte Knolle den Gästen zu Ehren Topinambur.

In den vergangenen Jahren erlebte die alte Gemüsesorte wegen der immer größer werdenden Anzahl von Vegetariern und Veganern eine Renaissance. Von der Bissfestigkeit ist sie mit Karotten vergleichbar, die Aromen reichen von süß bis nussig und erinnern an den Geschmack von Artischocken und Schwarzwurzeln. Das Besondere an dem Gemüse ist, dass es im Gegensatz zu Kartoffeln fein geraspelt auch roh und ungeschält in einem Salat genossen werden kann. Allerdings vertragen empfindliche Mägen die Schale oft nicht, die Verdauungsbeschwerden verursachen kann. Vor allem als Suppe eignet sie sich im Winter besonders gut – in Würfel geschnitten beträgt die Kochzeit rund zehn Minuten.

Wegen des Ballaststoffes Inulin eignet sich die kalorienarme Topinambur für Diabetiker, da sich ihr Verzehr nicht auf den Blutzuckerspiegel auswirkt.

Jetzt die ersten Knollen im Supermarkt

 …Foto: MAESTOE - Fotolia/Maestoe/FotoliaDie ersten Erdartischocken gibt es bereits im Supermarkt, deren Saison von Oktober bis März dauert. Die Pflanze gedeiht auf lockerem, leicht sandigem Boden und gehört zur Familie der Korbblütler, zu der auch Sonnenblumen gehören. Nach den ersten Frostnächten im Herbst sterben die überirdischen Pflanzenteile ab.

…Foto: KURIER/Gerhard DeutschFür die Ernte müssen nur die Stängel aus der Erde gezogen werden: Obwohl Topinambur ein echtes Wintergemüse ist, überstehen die Knollen auch den Sommer, allerdings haben sie dann einen geringeren Wasseranteil – deswegen wird auf eine Ernte im Sommer verzichtet.

Zitronensaft verhindert Verfärben

Trockener Sommer beschert weniger TopinamburFoto: dpa-Zentralbild/Michael Hanschke120 Sorten sind bekannt, erhältlich sind aber meistens die birnenförmige Topstar oder die rötliche Gigant und Lola. Die Schalenfarbe reicht von Rotbraun bis Hellgelb. Sorten mit heller Farbe haben einen milderen Geschmack und verfärben sich nach dem Aufschneiden nicht so rasch. Wer das Verfärben verhindern will, kann einige Tropfen Zitronensaft in das Kochwasser hinzufügen.

Das Wintergemüse ist frostunempfindlich und kann bis zu minus 15 Grad gelagert werden. Im Kühlschrank bleibt Topinambur einige Tage haltbar, allerdings schrumpeln die Knollen schneller als Kartoffeln. Tipp: Die Knolle lässt sich auch einfrieren.

REZEPT

Topinambur-Erdäpfel-Puffer

Zutaten (1 Portion): 1 großer Erdapfel, 2-3 Topinambur, 1 Knoblauchzehe, Salz, Olivenöl, Friséesalat, Weinessig, Olivenöl, Zucker
Estragonsenf, Sauerrahm

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REZEPT

Topinambur und Brie überbacken

Zutaten: 400 g geschälte Topinambur, 80 g feingehackte Zwiebeln, 50 g Butter, 1/8 l Milch, 1/8 l Obers, 200 g Brie, Salz, Pfeffer, Kümmel gemahlen

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(Kurier) Erstellt am 


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